Anschlusstypen und Funktionen
ARGUS Produkte auf einen Blick
GPON und XGS-PON können parallel über dieselbe Glasfaser übertragen werden, da beide Technologien unterschiedliche Wellenlängen verwenden. Für den Techniker bedeutet das, dass an einem Anschluss mehrere optische Signale gleichzeitig vorhanden sein können.
Um diese korrekt zu beurteilen, müssen die einzelnen Wellenlängen getrennt gemessen werden. Dafür wird ein selektives bzw. gefiltertes PON-Powermeter eingesetzt. Es kann die relevanten GPON- und XGS-PON-Wellenlängen unterscheiden und deren optische Pegel separat messen.
GPON und XGS-PON verwenden unterschiedliche Wellenlängen für Downstream und Upstream:
| Technologie | Downstream | Upstream |
|---|---|---|
| GPON | 1490 nm | 1310 nm |
| XGS-PON | 1577 nm | 1270 nm |
Gerade beim schrittweisen Ausbau bestehender GPON-Netze zu XGS-PON kann dadurch ein Mischbetrieb entstehen, bei dem beide Technologien gleichzeitig über dieselbe Faser übertragen werden.
Selektive Pegelmessung von GPON und XGS-PON: Die unterschiedlichen Downstream- und Upstream-Wellenlängen werden getrennt erfasst und angezeigt.
Ein einfaches Breitband-Powermeter misst die optische Leistung, kann aber die gleichzeitig vorhandenen PON-Wellenlängen nicht gezielt voneinander trennen.
Ein plausibler Gesamtwert bedeutet deshalb nicht automatisch, dass sowohl der GPON- als auch der XGS-PON-Pegel innerhalb des vorgesehenen Bereichs liegt.
Ein selektives bzw. gefiltertes PON-Powermeter trennt dagegen die relevanten Wellenlängen und ermöglicht deren individuelle Messung und Bewertung. So lässt sich beispielsweise unterscheiden, welcher Pegel zum GPON- und welcher zum XGS-PON-Signal gehört.
Noch aussagekräftiger wird die Messung im Through Mode (Durchgangsmodus). Dabei wird das Messgerät zwischen PON und ONT geschaltet. Die Verbindung bleibt bestehen, während die optischen Signale zwischen OLT und ONT gemessen werden.
Dadurch lassen sich Downstream- und Upstream-Signale im laufenden PON-Betrieb untersuchen.
Das ist insbesondere für den Upstream relevant: Während der OLT im Downstream kontinuierlich sendet, übertragen die einzelnen ONTs im Upstream nur innerhalb der ihnen zugewiesenen Zeitfenster. Das PON-Powermeter muss deshalb auch diese burstförmigen Upstream-Signale erfassen können.
Through Mode: Downstream- und Upstream-Pegel von GPON und XGS-PON werden im laufenden PON-Betrieb getrennt gemessen.
Vereinfacht ergibt sich folgender Messablauf:
PON anschließen → vorhandene Wellenlängen erfassen → GPON- und XGS-PON-Pegel getrennt messen → bei Bedarf Through Mode einsetzen → Upstream und Downstream bewerten → PON/ONT identifizieren
Damit erhält der Techniker nicht lediglich die Information, dass ein optisches Signal vorhanden ist, sondern kann die verschiedenen PON-Signale getrennt beurteilen.
Für die parallele Messung von GPON und XGS-PON stehen beim ARGUS® F200, ARGUS® F240 und ARGUS® F300 – abhängig von der jeweiligen Ausstattung – selektive PON-Messfunktionen zur Verfügung.
Das selektive Powermeter kann im Through Mode in eine bestehende PON-Verbindung geschaltet werden und die optischen Pegel der unterschiedlichen Downstream- und Upstream-Wellenlängen bestimmen. Darüber hinaus können je nach Ausstattung weitere PON-Informationen wie die PON-ID ermittelt und auf der Leitung befindliche Alien-ONTs erkannt werden.