Anschlusstypen und Funktionen
ARGUS Produkte auf einen Blick
Bei der Abnahme eines GPON- oder XGS-PON-Anschlusses reicht es nicht aus, nur einen optischen Pegel zu messen. Entscheidend ist, ob der gemessene Wert zur konkret aufgebauten Netzstruktur passt und ob sich der Techniker tatsächlich am vorgesehenen PON-Zweig befindet.
Die PON-FMT-Abnahmemessung nach ZTV 43 ist ein automatisiertes Prüf- und Messverfahren zur Prüfung auf Durchgang, Vertauschung und zur Qualitätssicherung des Gf-AP bis zum OLT. Dabei wird über die PON-ID der zugehörige OLT-Port identifiziert und gleichzeitig die Einfügedämpfung der relevanten Wellenlängen ermittelt.
Der ARGUS führt den Techniker wie ein Assistent durch die Messung, berechnet automatisch die zu erwartende Sollwertdämpfung und bewertet das Messergebnis anschließend mit OK/nOK. Zusätzlich wird die PON-ID ermittelt, um sicherzustellen, dass die Messung am richtigen PON-Zweig erfolgt. Eine Anmeldung am OLT findet dabei nicht statt.
Der entscheidende Vorteil gegenüber einer einfachen Pegelmessung: Der Techniker erhält nicht nur einen dBm-Wert, den er selbst interpretieren muss. Stattdessen beantwortet die Messung die entscheidenden Fragen:
Entspricht dieser konkrete GPON-/XGS-PON-Anschluss der erwarteten Dämpfung und wurde die richtige Faser gemessen?
Die PON-FMT-Option ist für Messungen an GPON- und XGS-PON-Anschlüssen nach ZTV43 ausgelegt. Statt lediglich den aktuellen optischen Pegel anzuzeigen, berücksichtigt der geführte Messablauf die vorhandene Netzstruktur.
Aus den eingegebenen Auftrags- und Netzdaten bestimmt der ARGUS die für die Abnahme relevante Sollwertdämpfung und die Anzahl der zu messenden Fasern. Der gemessene Wert wird anschließend automatisch mit dem berechneten Sollwert verglichen und mit OK/nOK bewertet.
Die Messung kann gespeichert und anschließend in einem PDF-Abnahmeprotokoll dokumentiert werden.
Vereinfacht läuft eine PON-FMT-Messung in folgenden Schritten ab:
Auftrags- und Netzdaten erfassen → Netzstruktur berücksichtigen → Sollwertdämpfung automatisch berechnen → Faser messen → PON-ID kontrollieren → Soll- und Istwert vergleichen → OK/nOK bewerten → Messung dokumentieren
Durch den geführten Ablauf muss der Techniker die Messergebnisse nicht ausschließlich anhand eines einzelnen Pegelwertes selbst beurteilen. Die Bewertung erfolgt unter Berücksichtigung der zuvor erfassten Netzstruktur.
Zu Beginn werden die für den Auftrag relevanten Daten erfasst. Nach Auswahl des Gf-AP-Typs können unter anderem die Anzahl der Wohneinheiten und die Glasfaserlänge angegeben werden. Bei mehreren Wohneinheiten lassen sich zusätzlich ein oder mehrere Koppler berücksichtigen.
Aus diesen Angaben bestimmt der ARGUS automatisch die für die Abnahme relevante Sollwertdämpfung und die Anzahl der zu messenden Fasern.
Neben dem optischen Pegel wird bei der PON-FMT-Messung auch die PON-ID ermittelt. Dadurch lässt sich überprüfen, ob die Messung tatsächlich am vorgesehenen PON-Zweig erfolgt. Eine Anmeldung am OLT ist dafür nicht erforderlich.
Gerade bei komplexeren PON-Strukturen liefert die Messung damit nicht nur die Information „Pegel vorhanden“, sondern verbindet die Pegelmessung mit der Überprüfung des PON-Zweigs und der berechneten Sollwertdämpfung.
Neben der PON-FMT-Abnahmemessung beschreibt die ZTV 43 den Pegel-ID-Test (PIT). Dabei wird die Einfügedämpfung für GPON bei 1490 nm und – sofern vorhanden – für XGS-PON bei 1577 nm am Gf-AP ermittelt und überprüft. Zusätzlich wird über die PON-ID der zugehörige OLT-Port identifiziert.
Der PIT dient damit insbesondere dazu, Pegel beziehungsweise Dämpfung und die korrekte PON-Zuordnung zu überprüfen. Mögliche OLT-Portvertauschungen oder Dämpfungsabweichungen können so frühzeitig erkannt werden.
Im Unterschied zur umfangreicheren PON-FMT-Abnahmemessung erfolgt beim PIT keine auf der eingegebenen Netzstruktur basierende Sollwertberechnung. Die ermittelten Werte für PON-ID, Pegel beziehungsweise Dämpfung werden anhand der Vorgaben auf Richtigkeit beurteilt.
Bei der PON-FMT-Abnahmemessung können die relevanten optischen Pegel und Dämpfungen gleichzeitig erfasst werden. Dazu gehören 1490 nm für GPON, 1577 nm für XGS-PON und – sofern vorhanden – 1550 nm für ZKFF/TV.
Die aktuellen ARGUS-Tester mit 3x-, 4x- oder 5xOPM unterstützen die PON-FMT-Option. Die Geräte der F-Serie können dabei – abhängig von der OPM-Ausstattung – GPON und XGS-PON sowie mit dem 5xOPM zusätzlich den 1550-nm-Pegel für ZKFF/TV erfassen.
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Die Dokumentation ist Bestandteil des Messablaufs. Messungen können zwischengespeichert und zu einem späteren Zeitpunkt fortgesetzt werden.
Die Messergebnisse können in einem PDF-Abnahmeprotokoll dokumentiert werden. Gespeicherte Protokolle lassen sich unter anderem auf einen USB-Stick kopieren, per FTP übertragen oder per WLAN über Webinterface, WebDAV beziehungsweise die ARGUS Mobile App abrufen.
Damit stehen die Messwerte, die automatische Bewertung und die zugehörigen Auftragsdaten auch nach Abschluss der Abnahmemessung nachvollziehbar zur Verfügung.
So entsteht ein reproduzierbarer Abnahmeprozess mit nachvollziehbar dokumentierten Messergebnissen.
| Funktion | PON-FMT |
|---|---|
| Messablauf | Geführt |
| Sollwertdämpfung | Automatische Berechnung |
| Bewertung | Automatisch OK/nOK |
| PON-ID | Wird ermittelt |
| Anmeldung am OLT | Nein |
| GPON | 1490 nm |
| XGS-PON | 1577 nm |
| ZKFF/TV | 1550 nm, sofern vorhanden |
| Upstream GPON | 1310 nm, abhängig von der Ausstattung |
| Upstream XGS-PON | 1270 nm, abhängig von der Ausstattung |
| Dokumentation | u. a. PDF-Abnahmeprotokoll |
| Spezifikation | Wert |
|---|---|
| Genauigkeit | ±0,5 dB bei -20 dBm |
| 3xOPM Messbereich | -40 bis +6 dBm |
| 5xOPM Messbereich | 5xOPM Messbereich |
| 1550-nm-Bereich | -50 bis +13 dBm |
| Dokumentation | u. a. PDF, USB, FTP, WLAN/WebDAV/App |
PON-FMT-Messung auf 3 Wellenlängen
Detailansicht einer Faser mit Pegel- & Dämpfungswerten für GPON und XGS-PON
Für weitere technische Details stehen der PON-FMT-Flyer sowie die jeweiligen Produktseiten der ARGUS-Tester zur Verfügung.
PON-FMT-Flyer ARGUS F200 | ARGUS F240 | ARGUS F300 | ARGUS 300 | ARGUS 260