Anschlusstypen und Funktionen
ARGUS Produkte auf einen Blick
Registriert sich ein ONT nicht am OLT, bedeutet das nicht automatisch, dass das ONT defekt ist. Die Ursache kann auf unterschiedlichen Ebenen liegen: bei der Glasfaser und dem optischen Pegel, bei der Zuordnung zum richtigen PON, bei der ONT-Authentifizierung oder in der Netzkonfiguration.
Eine systematische Fehlersuche beginnt deshalb auf der physikalischen Ebene und arbeitet sich anschließend bis zur Registrierung und IP-Verbindung vor.
Steckverbinder/Faser prüfen → PON-Pegel messen → PON-ID kontrollieren → ONT-Registrierung prüfen → ONT simulieren → IP-Verbindung und Dienste testen
Ein selektives bzw. gefiltertes PON-Powermeter kann die relevanten GPON- und XGS-PON-Wellenlängen getrennt messen. Dadurch lässt sich feststellen, ob das jeweilige optische Signal am Anschluss vorhanden ist und welcher Pegel anliegt.
Ist der Pegel auffällig, sollte zunächst die optische Strecke weiter untersucht werden. Ist die optische Ebene dagegen unauffällig, kann die Fehlersuche auf der nächsten Ebene fortgesetzt werden.
Ein ausreichender optischer Pegel allein bedeutet noch nicht, dass der Anschluss dem vorgesehenen PON-Zweig zugeordnet ist.
Über die PON-ID lässt sich die Zuordnung zum PON überprüfen. Gerade bei Installationen mit vielen Fasern oder zentralen Verteilstellen kann dadurch eine falsche Faser- oder Portzuordnung frühzeitig erkannt werden.
Sind Faser, Pegel und PON-Zuordnung unauffällig, kann die Registrierung selbst untersucht werden.
Mögliche Ursachen liegen dann beispielsweise bei der Authentifizierung, der Konfiguration oder der Freischaltung des Anschlusses. An diesem Punkt ist es hilfreich, das Kunden-ONT als mögliche Fehlerquelle von der Netzseite zu unterscheiden.
Bei einer ONT-Simulation übernimmt der Tester die Rolle des ONTs und versucht selbst, eine Verbindung mit dem OLT aufzubauen. Dadurch lässt sich prüfen, ob die Verbindung unabhängig vom vorhandenen Kunden-ONT hergestellt werden kann.
Registriert sich der Tester erfolgreich, deutet dies darauf hin, dass die optische Strecke und die Netzseite grundsätzlich funktionieren und die Ursache beim Kunden-ONT oder dessen Konfiguration zu suchen sein kann.
Scheitert auch die ONT-Simulation, kann die Fehlersuche gezielt in Richtung Authentifizierung, OLT-Konfiguration oder Netzfreischaltung fortgesetzt werden.
Eine erfolgreiche ONT-Registrierung bedeutet noch nicht automatisch, dass der Anschluss vollständig funktioniert. Nach erfolgreicher Verbindung können deshalb Tests auf höheren Protokollebenen folgen.
Je nach Anwendungsfall können folgende Funktionen überprüft werden:
Damit kann die Diagnose von der physikalischen Glasfaserverbindung über die PON-Registrierung bis zu den eigentlichen Diensten fortgeführt werden.
Mit den entsprechenden ARGUS-Messfunktionen lassen sich mehrere Schritte der PON-Diagnose in einem Tester miteinander verbinden: Faserinspektion, selektive Pegelmessung, PON-ID, ONT-Simulation sowie IP- und Performancetests.
Dadurch kann der Techniker die Fehlerursache schrittweise eingrenzen, statt lediglich festzustellen:
„Das ONT registriert sich nicht.“
Die entscheidende Frage lautet vielmehr:
Liegt die Ursache auf der Glasfaserstrecke, bei der PON-Zuordnung, beim ONT oder auf der Netzseite?