Anschlusstypen und Funktionen
ARGUS Produkte auf einen Blick
Ein zu niedriger optischer Pegel an einem GPON- oder XGS-PON-Anschluss zeigt zunächst nur, dass ein Problem besteht – nicht, wo es sich befindet. Für eine gezielte Fehlersuche muss der Techniker deshalb feststellen, an welcher Stelle der Glasfaserstrecke die auffällige Dämpfung oder ein anderes Ereignis auftritt.
Liegt die Ursache direkt am Anschluss, an einem Steckverbinder oder Spleiß – oder mehrere hundert Meter entfernt auf der Zuleitung?
Für die Lokalisierung solcher Fehler werden reflektometrische Messverfahren wie OFL (Optical Fault Locator) und OTDR (Optical Time Domain Reflectometer) eingesetzt.
Ein OTDR sendet einen optischen Impuls in die Glasfaser und analysiert die zurückgestreuten und reflektierten Signalanteile. Aus deren Intensität und Laufzeit lassen sich Ereignisse entlang der Strecke erkennen und deren Entfernung zum Messgerät bestimmen.
Je nach Messung können beispielsweise folgende Ereignisse lokalisiert werden:
Damit liefert die reflektometrische Messung nicht nur die Information, dass der Pegel zu niedrig ist, sondern einen konkreten Hinweis darauf, wo auf der Glasfaserstrecke nach der Ursache gesucht werden sollte.
Bei einem aktiven PON muss die Messung so erfolgen, dass der laufende GPON- beziehungsweise XGS-PON-Datenverkehr nicht beeinträchtigt wird.
Für solche In-Service-Messungen kann eine von den Nutzsignalen getrennte Maintenance-Wellenlänge verwendet werden. 1650 nm liegt außerhalb der für GPON und XGS-PON verwendeten Übertragungswellenlängen und kann daher für die Fehlerlokalisierung an einem aktiven PON eingesetzt werden.
Dadurch lässt sich die Glasfaserstrecke untersuchen, während das PON weiterhin in Betrieb ist.
Für einen Servicetechniker ist nicht in jedem Fehlerfall eine vollständige Analyse einer klassischen OTDR-Kurve erforderlich. Häufig sind zunächst zwei Fragen entscheidend:
Was ist auf der Strecke auffällig?
Wie weit ist dieses Ereignis vom Messpunkt entfernt?
Hier setzt der Optical Fault Locator (OFL) an. Er vereinfacht die reflektometrische Fehlerlokalisierung und bereitet erkannte Ereignisse so auf, dass der Techniker nicht selbst eine komplexe OTDR-Kurve analysieren muss.
Ein vollwertiges OTDR bietet dagegen eine größere Mess- und Analysetiefe und eignet sich, wenn Ereignisse auf der Glasfaserstrecke detaillierter untersucht und bewertet werden sollen.
Mehr erfahren: OFL oder OTDR – welches Messverfahren brauche ich bei FTTH?
Wie läuft die Fehlerlokalisierung auf einem aktiven PON ab?
Der typische Ablauf lässt sich auf wenige Schritte reduzieren:
PON-Pegel auffällig → OFL/OTDR starten → Strecke analysieren → Ereignis erkennen → Entfernung bestimmen → Fehlerstelle gezielt überprüfen
Statt mehrere Verteiler, Steckverbinder oder andere mögliche Fehlerstellen nacheinander zu kontrollieren, erhält der Techniker so einen konkreten Hinweis darauf, in welcher Entfernung eine Auffälligkeit auf der Glasfaserstrecke liegt.
Für typische Serviceeinsätze können der ARGUS® F200 und ARGUS® F240 mit dem Optical Fault Locator (OFL) zur vereinfachten Fehlerlokalisierung eingesetzt werden.
Der ARGUS® F300 verfügt für detailliertere Messungen über ein vollwertiges OTDR. Damit lassen sich Ereignisse auf der Glasfaserstrecke lokalisieren und weitergehend analysieren.
ARGUS F200 | ARGUS F240 | ARGUS F300
Der entscheidende Nutzen für die Entstörung: Aus der Feststellung
„Der optische Pegel ist zu niedrig.“
wird eine wesentlich konkretere Information:
„Die Auffälligkeit befindet sich in dieser Entfernung auf der Glasfaserstrecke.“